Versicherungskarte liegt auf dem TischEin Rezept ist eine ärztliche Verordnung zur Herausgabe von Arzneimitteln an den Patienten. Rezepte können auch dazu verwendet werden Therapien zu verschreiben oder Heilbehandlungen anzuordnen. Je nach Status des Patienten, ob er in einer gesetzlichen oder privaten Krankenkasse versichert ist, muss er diese Medikamente oder Behandlungen selber zahlen oder sie sind abzüglich des festgesetzten Anteils kostenfrei.
Das Privatrezept – erkennbar an der blauen Farbe
Ein Privatrezept hat üblicherweise eine blaue Farbe und ist somit sofort erkennbar. Es wird vorwiegend für Patienten ausgestellt, die in einer privaten Krankenversicherung sind. Bei diesem Rezept muss der Patient das Medikament voll bezahlen, die Rechnung dafür bei seiner Krankenkasse einreichen und sich den Betrag anschließend erstatten lassen. Die Geltungsdauer für ein Privatrezept beträgt drei Monate ab Ausstellungsdatum. Nach diesem Datum kann der Patient das Medikament zwar immer noch in der Apotheke bekommen, aber den Betrag nicht mehr von seiner Krankenkasse zurückfordern. Ein Arzt kann auch an Kassenpatienten ein Privatrezept ausstellen, nämlich dann, wenn er ein verschreibungspflichtiges Medikament verordnet, dies aber nicht zum Leistungskatalog der gesetzlichen oder freiwilligen Krankenversicherung gehört. Dies ist beispielsweise bei der Anti-Baby-Pille der Fall. Der Patient kann diese Kosten dann aber nicht von seiner Krankenkasse wieder einfordern.
Das Kassenrezept – unübersehbar in Rosa
Ein Kassenrezept hat eine kräftig rosa Farbe und ist wohl die am häufigsten ausgestellte Rezeptform in Deutschland. Fast 90% der Bevölkerung gehört einer gesetzlichen Krankenkasse an. Der Patient muss bei Einlösung des Rezeptes für ein apothekenpflichtiges Medikament lediglich eine Zuzahlung leisten. Diese beträgt zwischen fünf bis zehn Euro pro Medikament. Manche Medikamente sind komplett zuzahlungsfrei. Allerdings können unterschiedliche Krankenkassen die Medikamente unterschiedlich einstufen. So kann es vorkommen, dass eine gesetzliche Krankenkasse in Niedersachsen ein Medikament mit Zuzahlung einstuft, während die gleiche Krankenkasse in NRW dasselbe Medikament zuzahlungsfrei abgibt. Rezepte für Kinder sind grundsätzlich zuzahlungsfrei und auch Erwachsene können sich von der Zuzahlungspflicht befreien lassen. Diese Befreiung greift, wenn die Belastungsgrenze für Rezept- oder Heilgebühren im laufenden Kalenderjahr überschritten wird. Diese Grenze beträgt 2% des jährlichen Bruttoeinkommens, muss aber individuell bei der Krankenkasse erfragt werden. Wird die Grenze überschritten, kann ein entsprechender Antrag gestellt werden. Ein Privatrezept kann nur vier Wochen nach Ausstellungsdatum kostenfrei eingelöst werden, danach muss es selber bezahlt werden. Somit ist die Gültigkeit von Privat – oder Kassenrezepten gleich.